Ausstellung Schatzkammer Eis

Was verrät das Eis über unsere Vergangenheit – und über unsere Zukunft? Gletscher sind einzigartige Archive. Sie bewahren Spuren vergangener Klimata ebenso wie Zeugnisse menschlichen Lebens über Jahrtausende. Jetzt werden diese Schätze sichtbar:

Ab 23. September im Gletschergarten Luzern 2026.

Über die Ausstellung

Das Eis als Archiv

Gletschereis ist mehr als gefrorenes Wasser: Es ist ein einzigartiges Archiv der Klima- und Menschheitsgeschichte. In seinen Schichten sind Informationen über vergangene Klimaverhältnisse, Umweltveränderungen und menschliche Aktivitäten konserviert.

Die Ausstellung «Schatzkammer Eis» bringt erstmals zwei wissenschaftliche Disziplinen zusammen, die diesen Spuren nachgehen: Eiskernforschung und Gletscherarchäologie.

Eiskernforschung

Was Eis über das Klima erzählt

Die Eiskernforschung untersucht Eisproben aus Gletschern und Eisschilden. Eingeschlossene Partikel, Gase und chemische Spuren machen vergangene Klimaverhältnisse sichtbar. Selbst extreme Ereignisse der jüngeren Geschichte hinterliessen ihre Spuren.

1540 erlebte Europa eine aussergewöhnliche Dürre- und Hitzeperiode. Flüsse trockneten aus, Ernten fielen aus und riesige Waldgebiete brannten. Russ und Holzkohle dieser Brände sind bis heute in Eiskernen erhalten.

Margit Schwikowski

«Eis ist ein einzigartiges Archiv. In seinen Schichten steckt eine Fülle von Informationen über die Vergangenheit.»

Prof. em. Dr. Margit Schwikowski (wissenschaftliche Beraterin der Ausstellung). Sie leitete das Labor für Umweltchemie am Paul Scherrer Institut in Würenlingen und war gleichzeitig Titularprofessorin an der Universität Bern. Als Expertin für Eisbohrkern-Analyse hatte sie den Vorsitz des wissenschaftlichen Komitees der Stiftung Ice Memory, welche Eisbohrkerne für die Nachwelt erhalten will. Sie unterstützt die Initiative Girls on ice.
Gletscherarchäologie

Was das Eis über Menschen erzählt

Die Gletscherarchäologie erforscht Gegenstände und Spuren, die Menschen im Eis zurückgelassen oder verloren haben. Wenn Gletscher schmelzen, kommen sie nach Jahrtausenden wieder ans Licht.

2013 gab der zurückschmelzende Brunnifirn bei der Unteren Stremlücke einen aussergewöhnlichen Fund frei: Hirschgeweih, Arvenholz und Spuren der Bergkristallbearbeitung. Die Funde sind rund 8000 Jahre alt und gehören zu den ältesten bekannten archäologischen Zeugnissen, die das Eis der Alpen bewahrt hat.

Doch was führte die Menschen damals ins Hochgebirge?

Marcel Cornelissen

«Das schmelzende Eis gibt Spuren vergangener Menschen frei – und erzählt vom Leben vor Jahrtausenden.»

Marcel Cornelissen, M.A., freischaffender Archäologe (wissenschaftlicher Berater der Ausstellung). Er beschäftigt sich mit Archäologie im alpinen Zentraleuropa. Der selbstständige Archäologe studierte an den Universitäten von Leicester (UK) und Reading (UK). Seit 2001 ist er als Archäologe tätig, seit 2005 hauptsächlich für Kantone und Firmen in der Schweiz. Auf Mandatsbasis leitete Cornelissen das Projekt Bergeis am Urner Institut Kulturen der Alpen.
15 Geschichten

Geschichten aus dem Eis

Nebst der Dürreperiode vom Jahr 1540 und den Funden der Unteren Stremlücke von ca. 6000 Jahren v. Chr. erzählt die Ausstellung «Schatzkammer Eis» anhand insgesamt 15 faszinierenden Geschichten von Menschen, Klima und Umwelt – von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Sie zeigt, was Gletscher über unsere Vergangenheit verraten und wie viel Wissen unwiederbringlich verloren gehen könnte, wenn das Eis verschwindet.

Die Ausstellung dauert bis am 22. August 2027.

Vorträge

Events und Vorträge 

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